Pressetermin bei BENTELER


Lichtenau – Der Automobilzulieferer BENTELER macht in seinem Werk in Lichtenau-Kleinenberg vor, wie Energiewende funktionieren kann. Über verschiedene Stellschrauben hat es der mittelständische Industriebetrieb geschafft, Produktionskosten und gleichzeitig Emissionen zu senken. Der vielleicht wichtigste Baustein: HellwegWind liefert über 50 Prozent des Strombedarfs über eine Direktleitung aus dem nahegelegenen Windpark Asseln. Im Werk in Lichtenau empfingen nun Energy4Climate, BENTELER und HellwegWind die Presse zum Austausch über das Thema Direktbelieferung sowie zur Werksbesichtigung.

Bereits seit Anfang 2025 liefert HellwegWind Windstrom über eine 10 Kilometer lange Direktleitung in das Werk von BENTELER. Für das mittelständische Industrieunternehmen mit weltweit 20.000 Mitarbeitenden ist die Nähe zum Windpark eine wichtige Ressource. Denn der Windstrombezug aus der Nachbarschaft bringt Sicherheit und niedrige Produktionskosten. Erstens bezahlt das Unternehmen für die kommenden 5 Jahre immer den gleichen Strompreis. Regionaler Strom aus regenerativen Quellen ist deutlich resilienter gegenüber weltweiten Krisen. Zweitens liegt der Preis für den Windstrom weit unter dem, was BENTELER für Strom aus dem öffentlichen Netz bezahlen würde. Da der Strom das Werk über eine Direktleitung erreicht, entfallen Netzentgelte, Steuern und Umlagen, die rund 40 Prozent des heutigen Industriestrompreises ausmachen.

Doch das Werk in Lichtenau geht noch weiter und dreht an einer weiteren Stellschraube, um die Produktionskosten zu senken. Über eine Art Direktschalte beobachten Mitarbeiter des Werks die Windverhältnisse im Windpark und passen ihre Produktion an. Liefert der Windpark viel Strom, werden die großen Lötöfen angeschmissen. Die Lötprozesse in den Öfen dauern viele Stunden und erfordern Temperaturen von bis zu 1.200 Grad Celsius. Ein Lötvorgang verbraucht rund 3.500 kWh Strom. Zum Vergleich: Das ist in etwa der Strom, den eine vierköpfige Familie in Deutschland durchschnittlich im Jahr verbraucht.

In Regionen, in denen die erneuerbaren Energien schwerpunktmäßig ausgebaut werden, ist Direktbelieferung mit Grünstrom ein klarer Wettbewerbsvorteil. Die Industrie muss sich nur endlich trauen, in neue Strukturen zu investieren.

„Die Windbranche braucht viel mehr solcher industrieller Stromkunden wie die BENTELER Gruppe. Damit können wir beweisen, dass die Erneuerbaren eine der kosteneffizientesten und zuverlässigsten Formen der Energieerzeugung und für den Erhalt der Industrie unerlässlich sind. Aus unserer Sicht sendet die Bundespolitik derzeit mit einer stärkeren Ausrichtung auf fossile Energieträger das falsche Signal. Für die Industrie braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, die den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen.“